Küstenforschung


Das Kaleidoskop der bisher gefundenen Flaschenposten

Eine wunderbare Mischung aus Kunst, Internationalität und Schmuggelware – wir haben gestaunt, welche Sammlung der Finder, Herr Luciano Zedda, zusammengetragen hat. Leider gibt es nicht bei allen Flaschenposten eine Möglichkeit zur unmittelbaren Rückmeldung, da keine Kontaktdaten enthalten sind. Vielleicht erkennt jemand ja hier seinen Flaschenpostbrief wieder.

Kleine Kunstwerke von Kinderhand und jugendlicher Coolness:

Geschriebene Worte mit der Bitte um Rückmeldung:

Flaschenpostbriefe, die beidseitig beschrieben/bemalt wurden:

Grüße aus der Schweiz:

130715_fp09und Schmuggelware! Da hat jemand aus dem Kollegenkreis die Flasche mit dem Brief wohl heimlich an Bord bringen lassen 😉 Ein sicheres Indiz für das kriminalistische Gespür: Der Briefkopf ist aufkopiert worden, er ist nicht farbig wie auf dem Original …


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Glückszahl 13

genau genommen 12 plus 1 Inhalt … Sensationell, die ersten 12 Flaschenposten und 1 Brief sind vorgestern bereits gefunden worden! Wir haben gestern eine schöne Mail der Finder erhalten, die ebenfalls Freude an der Aktion haben und allen Briefeschreibern eine Nachricht zukommen lassen werden.

Gefunden wurden die Flaschenposten beim Spaziergang am 8. Juli abends so gegen 20:30 Uhr etwas verstreut unterhalb des Deiches zur Seeseite, wo noch ein kleiner Fußweg entlang verläuft. Der Brief lag eingeklemmt zwischen ein wenig Geröll mit Treibgut, die Flasche war wohl zerschellt (eine der beiden besonderen roten Exemplare von Herrn Stein).

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Liebe Büsumer und Urlauber dort, es sind noch einige Flaschenposten unterwegs und warten darauf, von Ihnen gefunden zu werden 😉 Vielleicht sind die anderen Flaschen aber auch ganz woanders verdriftet worden, denn wir haben alle einzeln ausgesetzt. Es bleibt weiterhin spannend!


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Gute Reise!

Eine Frage der gestrigen Lagebesprechung und dem Beschluss des Abbruchs der „Forschung vor Anker Tour 2015“ war natürlich: Was machen wir mit den Flaschenposten? Es gab zwei Möglichkeiten: Wir können sie an Bord stehenlassen und bei der nächsten Messkampagne durch die Kollegen und/oder Schiffsbesatzung aussetzen lassen – wenn wir nett darum bitten 😉  Oder wir nehmen sie mit auf die Gästefahrt, die sehr kurz nur durch das flache Wattengebiet führt, wo es noch relativ „geschützt“ ist bei dem Wind und den hohen Wellen. Gut, wir nehmen sie mit und gönnen den Gästen die Freude, die Flaschenposten auszusetzen. Außerdem haben wir ablaufendes Wasser, vielleicht werden sie doch in die offene Nordsee gedriftet.

Beim Ablegen im Hafen konnte man draußen schon die kabbelige See sehen – der relativ geschützte Bereich. Ein Stück hinter der Mole liefen die Scheibenwischer ununterbrochen, irgendjemand scherzte: „Also wenn wir Fische vor der Scheibe haben, dann sind wir zu tief …“

Eine halbe Stunde Seegang, dann schaute der Kapitän in die Runde, wer denn den grünlichen Schimmer im Gesicht hatte und kurz davor war, die Fische zu füttern …Stop, anhalten, beidrehen und die Flaschenpost aussetzen. Das war an dieser Position:

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Alle Flaschen traten einzeln die Reise an, begleitet von unseren guten Wünschen und einem Ständchen, das wir ihnen zu Ehren schon auf der Brücke gesungen hatten. Die Windböen waren so heftig, dass es nicht gelang, die Flaschen nach dem Eintauchen im Wasser noch irgendwie fotografisch zu erfassen. Die Verdriftung durch Wind und Wellen war einfach zu schnell.

Als wir zurückfuhren, meinte der Kapitän scherzhaft: „Die überholen uns noch und sind eher im Hafen als wir!“ Einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch, als ich die Gruppe Wattwanderer sah, die auf dem bereits trocken gefallenen Watt ihre Exkursion machte. Ob die Flaschen wohl hier gefunden werden?

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Antworten

auf die Frage „Was macht Küstenforschung?“ gibt es reichlich. Sogar einige, die den Zuhörern noch nicht bekannt waren bzw. wo sie Zusammenhänge neu erkennen konnten. Denn es beginnt schon mit dem Begriff „Küste“. Jeder hat eine andere Wahrnehmung, wenn es darum geht, die Frage zu beantworten: „Was ist Küste?“ Prof. Hans von Storch beleuchtete in seinem Vortrag viele unterschiedliche Aspekte.

Die Abendveranstaltung in Wyk auf Föhr hatte sehr viele interessierte Besucher angezogen. Bürgermeister Paul Raffelhüschen begrüßte Prof. Hans von Storch im Kurgartensaal und übernahm die einleitende Moderation zum Vortrag.

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Herzlichen Dank an unsere Kollegin Christiane Hagemann, die uns die Impressionen von der Veranstaltung übermittelte.


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Abbruch der Tour „Forschung vor Anker 2015“

Es drohte ja bereits seit Montag Morgen … mit jeder Aktualisierung des Seewetterberichts sanken die Chancen, dass die „Ludwig Prandtl“ heute von Büsum nach Wyk auf Föhr auslaufen konnte. Der Blick heute Morgen auf den Deich verriet: Heute ist um 7 Uhr die Welt überhaupt nicht in Ordnung …

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Auf der Nordsee sah es später noch sehr viel unordentlicher aus:

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Es wurde ein kurze Lagebesprechung an Bord. Die „Ludwig Prandtl“ kann nicht nach Föhr auslaufen, wir müssen die Tour hier abbrechen. Um genau zu sein: Die Open Ship Veranstaltung, die für den 09.07.2015 angekündigt war. Und dann trennten sich unsere Wege. Das Schiff bleibt im Hafen von Büsum liegen, Prof. Hans von Storch fährt mit dem Zug nach Föhr (inkl. Teilstück Fähre, die großen Schiffe können da ein bisschen besser die kabbelige See ab), um die Abendveranstaltung mit Vortrag durchzuführen. Zwei Kolleginnen begleiten ihn zur Unterstützung und packen die Taschen mit Informationsmaterial voll. Das restliche Team räumt komplett auf und fährt dann nach Hause, um morgen den Dienst im Büro wieder anzutreten.

Alles anders als geplant – und es trennten sich ebenfalls unsere Wege mit den vielen Flaschenposten. Dazu später mehr. Im Laufe des Vormittags hatte der Wind so stark zugenommen, dass das Fotografieren aus freier Hand in den Böen kaum mehr möglich war.

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Wir bedauern es sehr, dass wir auf Föhr keine Open Ship Veranstaltung durchführen können. Doch dieses Mal hat uns das Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Sehr schade. Da können Planung und Vorbereitung noch so gut sein, Petrus hat immer das letzte Wort. Das gilt im übrigen auch für die Messkampagnen der Wissenschaftler. Wenn das Seewetter nicht mitspielt, kippt der ganze Plan. Manchmal kann man flexibel darauf reagieren, doch nicht immer. Weil der Einsatzplan der „Ludwig Prandtl“ sehr eng gestaltet ist und nicht immer Spielraum lässt.


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Open Ship in Büsum

Die „Ludwig Prandtl“ lief morgens in Büsum ein. Sie kam aus Cuxhaven, anders als geplant. Warum und wieso – das werden wir in der Nachlese zur Tour berichten.

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Nach dem Vertäuen am Kai wurde schnell alles aufgebaut und vorbereitet für die Besucher. Und wir hatten regen Zulauf mit interessanten Gästen, anregenden Diskussionen, vielen Fragen und Spaß bei unseren Mitmach-Aktionen. Die Kollegen vom Büsumer FTZ waren mit von der Partie und konnten den Besuchern viele Eindrücke aus ihren Arbeitsgebieten vermitteln.

Hier ein kleiner Ausschnitt unserer heutigen „Open Ship“ Veranstaltung:

Einen ganz besonderen Flaschenpostbrief und die Geschichte dazu dürfen wir mit freundlicher Genehmigung vorstellen. Ein älterer Herr meinte in der Unterhaltung über Flaschenposten und deren Verdriftung, dass es sich für ihn nicht mehr lohne, eine Flaschenpost auszusetzen, da er schon zu alt sei und im Zweifelsfall das Auffinden seiner Flaschenpost gar nicht mehr erleben werde. Worauf wir natürlich protestiert haben.

So hat er einen knappen und äußerst direkten Hinweis an den Finder der Flaschenpost verfasst:

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Nach echter Seebär-Manier – kurz und bündig. Er hat es sich auch nicht nehmen lassen, den Euro für den Finder beizulegen, damit dieser die Briefmarke für eine Rückantwort bezahlen kann.

Geschichten aus dem Leben, kein Seemannsgarn. Und wir haben schon einige Überraschungen erlebt auf dieser Tour, sind auch vor weiteren nicht gefeit. Davon später mehr.


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Kleine Küstenforscher

können beim Open Ship nicht nur die virtuelle Flaschenpost ausprobieren, sondern wir haben diesmal eine handfeste Aktion zum Mitmachen:

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An Bord können Kinder und Jugendliche einen Flaschenpostbrief entwerfen und in eine Flasche stecken. Wir sammeln alle Flaschenposten und werden sie auf der Überfahrt von Büsum nach Wyk auf Föhr aussetzen. Was wir mit Positionsangabe des Längen- und Breitengrades sowie der Uhrzeit dokumentieren – natürlich in Wort und Bild hier im Blog. Also beim „Open Ship“ auf das große Plakat achten, das zum Mitmachen einlädt:

070715_03Allein schon das Verschicken einer Flaschenpost ist ein Abenteuer, denn niemand weiß, wohin sie getrieben und ob sie gefunden wird. Bei den Vorbereitungen zu diesem Projekt haben wir die behördliche Zustimmung eingeholt, dass wir solch eine Aktion im kleinen Rahmen durchführen können.

Daneben mussten zusätzliche Dinge beachtet werden, wie z.B. das Material der Flaschen und Verschlüsse. Womit wir an dieser Stelle auch gleich die Auflösung unseres Freitagsfotos haben: Die Vaseline benutzen wir zum Einreiben der Verschlüsse, um sie vor Korrosion zu schützen und dem Finder das Öffnen der Flasche zu ermöglichen, ohne sie zu beschädigen. Hier bedanken wir uns nochmal bei Herrn Stein für die hilfreiche Unterstützung mit unzähligen Tipps, die größtenteils auf seiner Website „Flaschenposten“ beschrieben sind.

Doch mit dem Aussetzen der Flaschenposten ist diese Aktion noch nicht beendet. Im Gegenteil, da wird es erst richtig spannend! Gemeinsam mit den Experten (z.B. in der Abteilung Modellierung zur Bewertung von Küstensystemen) werden wir den Weg der Flaschenposten anhand von Echtzeit-Daten zu Wind, Wellen, Strömung berechnen und schauen, wo die Flaschen wahrscheinlich angespült werden. Und diese Ergebnisse mit den hoffentlich zahlreichen Rückmeldungen von Findern der Flaschenposten vergleichen.

Eine Aktion, die nicht nur kleine Küstenforscher begeistern wird 😉 Wir drücken sicherlich auch das ein oder andere Auge zu, wenn erwachsene Besucher an Bord vom Abenteuergeist angesteckt werden und einen Flaschenpostbrief versenden möchten.


Open Ship in Büsum

Von 14:00 bis 20:00 Uhr können Besucher heute unser Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ im Hafen von Büsum entern. Die Mannschaft steht bereit!

Wir haben sogar spezielle Bordkarten für interessierte Gäste. Wer diese ohnehin schon einmaligen Kärtchen noch zu etwas ganz Besonderem machen möchte, kann sich auf der Rückseite den Stempelaufdruck der „Ludwig Prandtl“ geben lassen. Wo? Natürlich auf der Brücke beim Kapitän 😉

 


Der Vortragsabend

beim FTZ verging wie im Flug – das lag nicht daran, dass ein großes Thema den Seevögeln gewidmet war. Kai Borkenhagen und Henning Volmer und Marco Maier gewährten ausführliche Einblicke in ihre Arbeit anhand von Beispielen aus dem Seevogel-Bereich im Nord- und Ostseeraum. Es war nur ein kleiner Ausschnitt, doch daran kann man ermessen, wie komplex diese Forschungsarbeit ist. Und ein Aspekt ist eben auch die Erfassung von Vogelarten mit Hilfe unseres Forschungsschiffs „Ludwig Prandtl“.

Ebenso interessant war der Vortrag von Markus Quante zum aktuellen Stand des NOSCCA-Berichts, den man sich ungefähr als regionalen „IPCC“ Bericht des Großraums Nordsee vorstellen kann. Internationale Wissenschaftler aus den Anrainerstaaten haben hier fundierte Erkenntnisse des Klimawandels zusammengetragen und diese auf die Nordsee projiziert, um genaue Aussagen treffen zu können, da ein „globaler Mittelwert“ für Regionen nicht aussagekräftig ist. Viele Beispiele wurden aus dem Bericht, der Ende 2016 verfügbar sein wird, präsentiert.

Herzlichen Dank an die Vortragsredner für einen rundum gelungenen und sehr interessanten Vortragsabend mit vielen weiterführenden Fragen und Diskussionen, da die Vorträge so inspirierend waren.

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