Küstenforschung


Ein Kommentar

Der Countdown läuft

150216

Foto: ESA-pierre-carril

Am 16. Februar um 17:57 UTC (18:57 CET), wird  Sentinel-3A auf seine polare Umlaufbahn gebracht, die in ca. 800 km Höhe liegt. Der 1150 kg schwere Satellit wird mit einer Trägerrakete vom russischen Plesetsk in den Orbit befördert. Der Start des Sentinel-3 ist Bestandteil des Copernicus-Programms der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA). Zur Vervollständigung der Sentinel-3-Weltraumkomponente soll 2017 ein zweiter baugleicher Satellit namens Sentinel-3B auf dieselbe Umlaufbahn geschickt werden.

Die Kernaufgabe beider Satelliten ist die Beobachtung der Meeres-, Land- und Eisflächen und die Erfassung der Höhe des Meeresspiegels, der Oberflächentemperatur sowie die Chlorophyll- und Schwebstoffgehalte der Ozeane. Die Messergebnisse werden zu maritimen Vorhersagediensten, zur Gewinnung von Wetter- und Klimadaten sowie zur Überwachung der Umwelt herangezogen.

Wissenschaftler der Abteilung „Fernerkundung“ haben wesentlich an der Auswertesoftware des neuen Beobachtungssatelliten mitgewirkt und entwickelten für das Ocean and Land Colour Instrument (OLCI) den Algorithmus zur Bestimmung der Wasserinhaltsstoffe in Küstenbereichen.

==> Pressemitteilung HZG

==> Launch Blog der ESA (engl.)

==> Missionsteams bereiten sich auf die kritischen Tage vor (ESA Deutschland)

==> Sentinel-3A: Die Ozeane im Blick (ESA Deutschland)

==> Fotogalerie Mission: Sentinel-3 (ESA)


CoastColour – Landschaft im Lena-Delta, Nordsibirien/Russland

Die Lena im Norden Sibiriens ist einer der größten Ströme der Erde. An der sibirischen Küste hat der Fluss einen über 10.000 Quadratkilometer großen Mündungstrichter in die Laptewsee geformt. Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt des Gebietes, das aus unzähligen Flussarmen, Inseln und Seen besteht. Der Boden ist bis in große Tiefen gefroren. Dieser Dauerfrostboden, auch Permafrostboden genannt, taut nur im Sommer wenige Dezimeter auf. Während dieser kurzen Zeit erwacht die Landschaft zum Leben. Wissenschaftler untersuchen dieses Gebiet sehr genau. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für zukünftige Vorhersagen des Einflusses möglicher Klimaänderungen auf die sensiblen Lebensräume der Arktis.

Bild_10_800

Aufnahme des ASTER Spektrometers auf dem NASA Satelliten Terra

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


CoastColour – Schiffsverkehr, Ärmelkanal/Atlantik

Der Ärmelkanal zwischen England und Frankreich ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten weltweit. Täglich passieren rund 500 Schiffe das nur 32 Kilometer breite Nadelöhr. Die Beobachtung des Schiffsverkehrs mit Satelliten spielt eine zunehmende Rolle. So ist es möglich, Fischereiaktivitäten, das Durchqueren von Gefahrenzonen oder illegales Verschmutzen der Meere durch Abfälle oder Öl aufzuspüren und zu beobachten. Hierfür werden zunehmend Radarsatelliten eingesetzt. Mit Radarsatelliten lassen sich sehr genaue, hochaufgelöste Bilder der Erde machen, unabhängig von der Tageszeit, dem Wetter oder der Wolkenbedeckung.

Bild_09_800

Aufnahme des NASA Satelliten Terra-Aster

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


CoastColour – Rio de la Plata, Argentinien/Uruguay

Der Name „Rio de la Plata“ bezeichnet den gemeinsamen Mündungstrichter der südamerikanischen Ströme Parana und Uruguay an der Grenze zwischen Argentinien und Uruguay. Das Satellitenbild zeigt die Verteilung von Schwebstoffen im Mündungstrichter. Die verschiedenen Farben geben die Abstufungen der Konzentration im Wasser wieder. Daraus können die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die in der Mündung enthaltene pflanzliche Substanz und der ins Meer transportierten Sedimente ziehen.

Bild_08_800

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


4 Kommentare

CoastColour – Unter der Wasseroberfläche, Nordsee

Das Bild zeigt einen Blick in das Wasser der Nordsee. Die Satellitenaufnahme als Rohbild ermöglicht diesen Blick nicht. Zuerst muss das Bild korrigiert werden. Dafür werden der Einfluss der Atmosphäre und die Spiegelung des Himmels auf der Wasseroberfläche aus dem Bild herausgerechnet. Interessant ist die Reflektion des Wassers unterhalb der Oberfläche. Darin sind die wichtigen Informationen zum Zustand des Nordseewassers enthalten. Mit dem korrigierten Bild können zum Beispiel pflanzliche Mikroalgen im Wasser bestimmt werden.

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


CoastColour – Die Gangesmündung, Bangladesh

Der Ganges hat zusammen mit den großen Strömen Brahmaputra und Menghna das weltweit größte Flussdelta geschaffen: einen über 350 Kilometer langen und über 80.000 Quadratkilometer großen Mündungstrichter. Das Gebiet entspricht etwa der Größe Österreichs. Das Flussdelta ist ein amphibisches Land – geprägt durch die regelmäßig von den Gezeiten und den starken Regenfällen während des Monsuns ausgelösten Überschwemmungen.

Auf dem Bild sind die in den Golf von Bengalen gespülten Sande zu erkennen. Auf über 2500 Kilometern Länge transportieren der Ganges und seine Nebenflüsse 1,8 Milliarden Tonnen Sand sowie Abwässer ins Meer. Das Einzugsgebiet des Flusssystems reicht bis weit in den Himalaja.

Bild_06_800

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


CoastColour – Kalkalgenblüte in der Barentssee vor Norwegen

Das Bild zeigt eine große Kalkalgenblüte vor dem Nordkap in Norwegen. Blüten der Kalkalgen Coccolithophorales führen zu diesen spektakulären Verfärbungen und Mustern im Meerwasser. Der etwa 0,02 Millimeter große, kugelförmige Körper dieser einzelligen Alge ist mit Kalkplättchen, den Coccolithen, ummantelt. Diese Algen zählen zu den bedeutendsten Produzenten von Kalk im Meer. Damit stehen sie am Ursprung von zahlreichen Gesteinen. Aus abgelagerten Kalkalgen ist beispielsweise der Kreidefelsen auf Rügen entstanden. Durch den vermehrten Kohlendioxid-Eintrag versauern die Meere zunehmend. Dadurch sind die Kalkalgen und viele andere empfindliche Organismen bedroht.

Bild_05_800

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


2 Kommentare

CoastColour – Algenteppich, Nordfriesisches Wattenmeer

Ein großes Nährstoffangebot und warme Sommertemperaturen fördern das Wachstum von Großalgen im Wattenmeer der Nordsee. Das Bild zeigt verschiedene Arten dieser Makroalgen, die sich entlang von Prielen im Nordfriesischen Wattenmeer zu dichten Teppichen entwickelt haben. Trotz abnehmender Nährstoffzufuhr nimmt diese Massenvermehrung langfristig nicht ab, auch wenn die von Algen bedeckte Fläche von Jahr zu Jahr schwankt. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang zwischen diesem Phänomen und den über Jahre im Wattboden gespeicherten Nährstoffen.

Bild_03_800

Multispektrale Luftaufnahme des Helmholtz-Zentrums Geesthacht

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)


CoastColour – Algenblüte, Ostsee

In den Sommermonaten kommt es in der Ostsee bei sonnigem und ruhigem Wetter regelmäßig zu einer Blaualgenblüte. Das Bild zeigt die riesige Ausdehnung des Algenteppichs zwischen Schweden und dem Baltikum. Der Eintrag von Nährstoffen, vor allem Phosphaten, begünstigt das Wachstum der Blaualgen. Der Name „Alge“ ist genau genommen irreführend, denn bei den „Blaualgen“ handelt es sich um Bakterien. Wegen ihres blaugrünen Farbstoffs heißen sie wissenschaftlich korrekt Cyanobakterien. Einige diese Bakterien bilden giftige Substanzen, die für Tiere und Menschen gefährlich werden können. Bei hoher Konzentration wird daher vom Baden abgeraten.

Bild_02_800

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)

Wie das aus der Nähe aussieht, davon haben uns Sabine Billerbeck und Marcus Reckermann Fotos zur Verfügung gestellt. Aufgenommen wurden die Bilder auf der „Forschung vor Anker Tour 2011“.

Diese Diashow benötigt JavaScript.


CoastColour – Great Barrier Reef, Australien

Das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens ist das größte Korallenriff der Erde. Es ist Lebensraum für tausende von Tier- und Pflanzenarten. Wegen seiner besonderen ökologischen Bedeutung wurde es von den Vereinten Nationen zum Weltnaturerbe erklärt. Mit Satellitenbildern beobachten Wissenschaftler den Zustand des Riffs. Auf diesem Bild sind ins Meer gespülte Sedimente zu sehen, die während der Regenzeit über die Flüsse zur Küste gelangen. Die Sedimente können die Korallen bedecken und das lebensnotwendige Sonnenlicht abhalten. In dem ESA-Forschungsprojekt „CoastColour“ werden diese Prozesse deswegen genau beobachtet.

Bild_01_800

Aufnahme des ESA Satelliten Envisat mit dem Spektrometer MERIS

(aus der Serie „CoastColour – Farben der Küsten„)