Küstenforschung


Die Rohre

Foto: Ina Frings

auf unserem letzten Freitagsfoto zeigten tatsächlich die Vorbereitungen für eine Strandaufspülung, wie einige Leser richtig vermuteten. Das ist eine Maßnahme aus dem Küstenschutz, um einen Strand vor Sturmfluten zu schützen und wird mit dem Oberbegriff Sandvorspülung bezeichnet. Die Strandaufspülung ist eine Variante, bei der ein Saugbaggerschiff vor der Küste Sand vom Meeresboden aufnimmt und dieser im weiteren Verlauf durch die Rohrleitung an den Strand gespült wird. In Deutschland wird diese Maßnahme des Küstenschutzes in Form von Strandaufspülungen hauptsächlich auf den Inseln Sylt und Norderney eingesetzt.


Podiumsdiskussion „Wortwechsel“

Screenshot deutschlandfunkkultur.de

beim Deutschlandfunk Kultur:

Wirbelstürme, Gletscherschmelze, Starkregen. Was können wir tun?

Sind wir mitten drin im Klimawandel?

Die Zahl der „Starkwetterereignisse“ hat zugenommen, ihre Intensität auch. Das hat Folgen – im Zweifel für die ganze Menschheit. Die Schäden sind immens. Wäre es nicht besser, jetzt Geld einzusetzen, um solche Ereignisse zu vermeiden, als hinterher für Reparatur und Wiederaufbau?

Aber was können wir Menschen wirklich gegen Naturgewalten tun? Sind wir mitten drin im Klimawandel? Und welche Möglichkeiten hat Deutschland als Akteur in einer globalisierten Politik? Über diese und andere Fragen diskutieren im Wortwechsel:

  • Claudia Kemfert, Energie-Expertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung
  • Mojib Latif, Klimaforscher am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
  • Hans von Storch, Professor am Institut für Meteorologie der Universität Hamburg
  • Harald Welzer, Sozialpsychologe, Direktor der Stiftung „Futurzwei“

==> zum Podcast der Podiumsdiskussion „Wortwechsel“

(Quelle: Deutschlandfunk Kultur)


Eine weitere Fundmeldung

zu unserer Flaschenpost Aktion erreichte uns von Familie S. aus Göttingen:

… jetzt wollen wir uns endlich mal in Sachen Flaschenpost bei Ihnen melden. Unsere Kinder haben im Juli eine Flaschenpost geschrieben, als Sie in Sassnitz im Hafen lagen. Die Flaschenpost unserer Tochter wurde tatsächlich gefunden! So erhielten wir Anfang August sehr nette Post … dass die Flaschenpost am 25.07.2017 am Strand in der Nähe von Bansin (Insel Usedom) … gefunden wurde. Da war die Freude natürlich groß! Jetzt hoffen wir nur noch, dass auch die Flaschenpost unseres Sohnes irgendwo wieder auftaucht.

Dafür drücken wir natürlich ganz fest die Daumen. Wir freuen uns riesig über die Nachricht der Fundmeldung, herzlichen Dank! Hier auf der Karte sehen wir nochmal, wo schon Flaschenposten gefunden wurden (ebenfalls am 25.07.). Und in der Nähe von Bansin sind es nun 2 Funde 🙂

© OpenStreetMap-Mitwirkende (CC BY-SA 2.0) http://www.openstreetmap.org


Publications

Zhang W. & Wirtz K. (2017): Mutual dependence between sedimentary organic carbon and infaunal macrobenthos resolved by mechanistic modeling. Journal of Geophysical Research: Biogeosciences, 122. DOI:10.1002/2017JG003909

Abstract:

The mutual dependence between sedimentary total organic carbon (TOC) and infaunal macrobenthos is here quantified by a mechanistic model. The model describes (i) the vertical distribution of infaunal macrobenthic biomass resulting from a trade-off between nutritional benefit (quantity and quality of TOC) and the costs of burial (respiration) and mortality, and (ii) the variable vertical distribution of TOC being in turn shaped by bioturbation of local macrobenthos. In contrast to conventional approaches, our model emphasizes variations of bioturbation both spatially and temporally depending on local food resources and macrobenthic biomass. Our implementation of the dynamic interaction between TOC and infaunal macrobenthos is able to capture a temporal benthic response to both depositional and erosional environments and provides improved estimates of the material exchange flux at the sediment-water interface. Applications to literature data for the North Sea demonstrate the robustness and accuracy of the model and its potential as an analysis tool for the status of TOC and macrobenthos in marine sediments. Results indicate that the vertical distribution of infaunal biomass is shaped by both the quantity and the quality of OC, while the community structure is determined only by the quality of OC. Bioturbation intensity may differ by one order of magnitude over different seasons owing to variations in the OC input, resulting in a significant modulation on the distribution of OC. Our relatively simple implementation may further improve models of early diagenesis and marine food-web dynamics by mechanistically connecting the vertical distribution of both TOC and macrobenthic biomass.


Ein Kommentar

Neue Expedition mit Zeppelin

Screenshot hzg.de

Am 20. September 2017 startet unter Leitung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) eine besondere Expedition im deutschen Wattenmeer und in der Elbe.

Die Wissenschaftler des HZG und des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aus Leipzig analysieren die Elbe, um zukünftige Flutszenarien besser vorhersagen zu können. Außerdem untersuchen die Wissenschaftler wie sich der großräumige Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen auf die Nordsee auswirkt. Als Observatorium nutzen sie einen Zeppelin, Drohnen sowie mehrere Forschungsschiffe; gleichzeitig werten sie Daten von Messstationen aus. (Quelle: HZG Pressemitteilung)

==> zur kompletten Pressemitteilung HZG


Von Freest bis Flensburg – Sonnencreme und Outdoorjacken

Beitrag von Christina Apel, Dr. Jürgen Gandraß, Abteilung Umweltchemie 

Ein Team der Abteilung Umweltchemie des Instituts für Küstenforschung war vom 3. bis zum 11. September 2017 wieder neuartigen Problemstoffen auf der Spur. Wie schon im Juni mit der „Ludwig Prandtl“, diesmal aber in der Ostsee. Auch von Land aus wurden Proben von wichtigen Zuflüssen genommen. Mit an Bord waren Christina, Freya, Jürgen, Moritz und Pu sowie die Prandtl-Crew Helmut und Detlef. Das Wetter war wie bestellt, nur hätten wir uns etwas mehr Sonne gewünscht. Dank des milde gestimmten Wettergottes konnten wir aber alle Stationen wie geplant beproben.

An den einzelnen Stationen wurden Wasser- und Sedimentproben genommen, die wir im Labor u.a. auf Kunststoffadditive und Poly- und perfluorierte Substanzen untersuchen werden.

Kunststoffe enthalten eine Reihe von Substanzen, wie z.B. Flammschutzmittel oder auch UV-Stabilisatoren, um gewünschte Eigenschaften zu erzielen, z.B. zu verhindern, dass Kunststoffe spröde werden oder sich im Sonnenlicht zersetzen. Interessanterweise werden einige dieser Substanzen auch in Sonnenschutzmitteln verwendet.

Sogenannte PFCs (Poly- und perfluorierte Substanzen) sind im Alltag allgegenwärtig. Man findet sie in Oberflächenbeschichtungen vom Coffee-to-go-Becher über die Bratpfanne bis hin zur Outdoorjacke oder auch in anderen Anwendungsbereichen, wie z.B. in Feuerlöschschäumen.

Was ist daran nun so spannend?

Bei einer Reihe von Substanzen, die als Kunststoffadditive oder als PFCs eingesetzt werden, weiß oder vermutet man, dass diese für die Umwelt bedenklich sein können. Über ihr Verhalten im marinen Bereich ist bisher jedoch sehr wenig bekannt. Zudem wurde und wird die Produktion und Anwendung aufgrund neuer Erkenntnisse eingeschränkt oder verboten, wodurch zwangsläufig neue Chemikalien auf den Markt kommen, über die keinerlei Informationen vorliegen. Bald wissen wir aber mehr!

(Fotos: Christina Apel, Freya Debler, Jürgen Gandraß / HZG)


Publications

Daewel, U. and Schrum, C. (2017): Low-frequency variability in North Sea and Baltic Sea identified through simulations with the 3-D coupled physical–biogeochemical model ECOSMO. Earth Syst. Dynam., 8, 801-815, DOI:10.5194/esd-8-801-2017

Abstract:

Here we present results from a long-term model simulation of the 3-D coupled ecosystem model ECOSMO II for a North Sea and Baltic Sea set-up. The model allows both multi-decadal hindcast simulation of the marine system and specific process studies under controlled environmental conditions. Model results have been analysed with respect to long-term multi-decadal variability in both physical and biological parameters with the help of empirical orthogonal function (EOF) analysis. The analysis of a 61-year (1948–2008) hindcast reveals a quasi-decadal variation in salinity, temperature and current fields in the North Sea in addition to singular events of major changes during restricted time frames. These changes in hydrodynamic variables were found to be associated with changes in ecosystem productivity that are temporally aligned with the timing of reported regime shifts in the areas. Our results clearly indicate that for analysing ecosystem productivity, spatially explicit methods are indispensable. Especially in the North Sea, a correlation analysis between atmospheric forcing and primary production (PP) reveals significant correlations between PP and the North Atlantic Oscillation (NAO) and wind forcing for the central part of the region, while the Atlantic Multi-decadal Oscillation (AMO) and air temperature are correlated to long-term changes in PP in the southern North Sea frontal areas. Since correlations cannot serve to identify causal relationship, we performed scenario model runs perturbing the temporal variability in forcing condition to emphasize specifically the role of solar radiation, wind and eutrophication. The results revealed that, although all parameters are relevant for the magnitude of PP in the North Sea and Baltic Sea, the dominant impact on long-term variability and major shifts in ecosystem productivity was introduced by modulations of the wind fields.