Küstenforschung

Mitarbeiter stellen sich vor: Larissa Schultze

Welchen fachlichen Hintergrund haben Sie?

Ich habe mich schon immer für Umweltfragen interessiert. Ich bin in Brasilien geboren und aufgewachsen, und als Kind und Teenager war ich entschlossen, unsere Wälder und Gewässer zu retten. Das hat mich zu einer Ausbildung in Umweltwissenschaften gebracht, die ich parallel zu meinen letzten beiden Schuljahren absolviert habe. An diesem Punkt muss ich vielleicht erwähnen, dass das brasilianische Schulsystem anders geregelt ist als das deutsche. Dort wird nicht zwischen Gymnasien, Realschulen, usw. unterschieden. Eine zusätzliche Ausbildung parallel zur Schule kann man machen, wenn man Lust darauf hat und eine Aufnahmeprüfung besteht. Kurz nach der Schule und Ausbildung bin ich zum Studieren nach Deutschland gekommen.

Nach der Ausbildung habe ich begriffen, wie groß die Rolle der Politik bei weltbewegenden Themen wie der Umwelt, sozialer Ungleichheit etc. wirklich ist. Das hat mich zu meinem Bachelorstudium in Köln gebracht, was eher geschichtlich, politisch und wirtschaftlich (u.a. auch nachhaltige Entwicklung) orientiert war. Tatsächlich haben mir die Naturwissenschaften sehr gefehlt, und im Master wollte ich mich unbedingt wieder damit beschäftigen. Ich wurde dann in einem Masterstudiengang in Umweltwissenschaften (auch in Köln) angenommen, in dem ich mich immer weiter besonders für biologische und physikalische Wechselwirkungen interessiert habe. Ich habe viel im Labor mit Mikroalgen und Kultivierungssystemen gearbeitet, und irgendwann habe ich auch angefangen, mit einem Mikroalgen-Wachstumsmodell zu arbeiten. Das hat mich dann zu meinem Promotionsthema in Meereskunde gebracht, wo mein Fokus nun auf physikalischen Parametern liegt mit einem Hauch Biologie.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Ich arbeite viel am Computer, indem ich Routinen in unterschiedlichen Programmiersprachen schreibe, um meine Daten zu verarbeiten. Ich arbeite sowohl mit Unterwasserrobotern (Glidern) als auch mit numerischen Simulationen an Computerclustern. Je nachdem, welche Frage ich beantworten möchte, benutze ich das eine oder das andere “Werkzeug”. Jedenfalls passiert das hauptsächlich am Rechner.

Die Arbeit mit den Unterwasserrobotern beinhaltet natürlich auch die Vorbereitung für die Messkampagnen sowie die Messkampagnen selbst. Allerdings finden diese in der Regel 1 – 3 Mal im Jahr statt und tragen somit nicht sehr viel zum “typischen Arbeitstag” bei.

Was ist Ihr großes Ziel?

Mein größtes Ziel ist es tatsächlich, weiterhin ein glückliches Leben zu führen mit möglichst vielen neuen Erfahrungen und Entdeckungen. Ich bin von Natur aus sehr wissensdurstig und abenteuerfreudig. Beruflich möchte ich weiterhin gerne an spannenden Themen arbeiten, die hoffentlich dazu beitragen können, die Umwelt besser zu verstehen und möglicherweise menschengemachte Umweltveränderungen zu mindern.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Über die Jahre, alleine durch meinen fachlichen Hintergrund, konnte ich viele kleinere und größere Erfolge erzielen. Ich denke, mein größter Erfolg ist jedoch immer noch, mit 17 Jahren eigenständig ins Ausland (also nach Deutschland) ausgewandert zu sein. Ich habe mir die deutsche Sprache größtenteils selbstständig angeeignet und den Umzug komplett alleine organisiert – Visum, Wohnung, Studienplatz und alles drumherum. Das hat mich sehr geprägt, allerdings kann ich kaum glauben, dass ich das alles damals hingekriegt habe. Es wird jedenfalls schwer, jemals etwas zu machen, das das übertrifft, mal sehen… :-)

Was ist Ihr persönliches Markenzeichen?

Ich habe stets ein Lächeln im Gesicht, und habe vermutlich einen besonderen Sinn für Humor.

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