Küstenforschung

Der Weg durch die Küstenforschung – mit jedem Schritt schlauer

Ein Kommentar

Beitrag (Text und Fotos) von Lisa Wischnewski, Schülerpraktikantin 

Mein Name ist Lisa und zurzeit absolviere ich am Helmholtz-Zentrum Geesthacht mein Schülerpraktikum. Vor einigen Tagen hat mich der Physiker Dr. Götz Flöser durch das Institut für Küstenforschung geführt. Es war sehr spannend, und die aktuellen Themen, die mich selber auch betreffen, haben mich sehr interessiert.

Zuerst hat Götz mir erklärt, dass die Küstenforschung in drei Bereiche eingeteilt ist: Biogeochemie im Küstenmeer, Operationelle Systeme und Systemanalyse und Modellierung. Einige Wissenschaftler fahren auf Forschungsfahrt und messen aktiv im Meer, an Küsten und in Flüssen. Zurück in Geesthacht untersuchen sie die dort genommenen Proben mit verschiedenen Geräten für bestmögliche Ergebnisse. Aber es gibt auch Wissenschaftler, die am Computer anhand der erfolgten Messungen Modellrechnungen erstellen.

Dann sind wir ins Geochemielabor gegangen, wo wir ein wissenschaftliches Gerät, die sogenannte Totalreflexions-Röntgenfluoreszenz (TXRF), die mithilfe von Röntgenstrahlen zum Beispiel aus Wasserproben bis zu 60 Elemente analysieren kann, gesehen haben. Außerdem haben mir zwei Wissenschaftler erklärt, wie ein ICP-MS Gerät funktioniert, das messen kann, wie hoch die Konzentration der in die Gewässer gelangten Kontrastmittel (z.B. aus medizinischen Röntgen- und MRT-Untersuchungen) in Proben aus Seen, Flüssen usw. ist. Diese Kontrastmittel gelangen übers Abwasser und die Flüsse ins Meer, da sie in Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können.

Danach ging die Führung zu den Messgeräten und zum Schnellboot „Eddy“. Leider konnte ich das Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ nicht erkunden, da dieses zurzeit auf Forschungsfahrt unterwegs ist. Allerdings war es möglich, dass ich unter anderem zum Beispiel den modifizierten Messpfahl, der seit 15 Jahren in der deutschen Bucht Messungen vorgenommen hat, aus der Nähe betrachten konnte. Nun aber hat ihn ein Wissenschaftler umgebaut, um den Austausch von Gasen und Wassertröpfchen zwischen Ozean und Atmosphäre zu erforschen.

Schnellboot „Eddy“

Sehr interessant fand ich auch den Glider, ein autonomes Unterwasserfahrzeug, das sogar bis zu mehreren Monaten unabhängig vom Wetter durchs Wasser fahren kann. Der Glider bewegt sich auf und ab und nimmt dabei Messungen in unterschiedlichen Tiefen vor. Die Glider sind nicht nur in der deutschen Bucht, sondern zum Beispiel auch im Atlantik und weiteren Gewässern im Einsatz gewesen.

Eine weitere gute Idee der Wissenschaftler ist die FerryBox, die man auf Fähren oder Schiffen findet, die viel unterwegs sind. Diese misst dann zum Beispiel den pH-Wert, die Temperatur und den Salz- und Sauerstoffgehalt des Wassers. Im Anschluss an die Fahrt werden die gesammelten Daten an die Forscher in Geesthacht geschickt. Sechs FerryBoxen sind in der Ostsee unterwegs und acht in der Nordsee.

Die Forscher, die Modellrechnungen von den Messwerten und Befunden machen, haben sich unter anderem mit den Offshore-Windparks und deren Auswirkungen auf Strömung und Seegang, die auch mithilfe der Glider untersucht werden, beschäftigt. Die Glider konnten Verwirbelungen feststellen und wie stark sie sind. Anhand der Messwerte können Schätzungen über Folgen auf biologische und chemische Prozesse im Meer vorgenommen werden. Das Erforschen des Seegangs und der Strömungen erfolgt unter anderem mit Radargeräten. Dabei finde ich es interessant, dass Schiffe und Tiere vom Radar anders aufgefasst werden und somit keine verfälschten Ergebnisse entstehen.

Darstellung einer Forschungsinfrastruktur

Es hat mich sehr gefreut, dass ich einen Einblick in die Küstenforschung erhalten und sehr viel neues Wissen gewinnen konnte. Vielen Dank an Götz Flöser, dass er mir alles geduldig und freundlich erklärt hat, auch wenn ich etwas nicht gleich verstanden habe. In allem war es eine schöne Erfahrung, die ich sehr genossen habe.

Ein Kommentar zu “Der Weg durch die Küstenforschung – mit jedem Schritt schlauer

  1. Vielen Dank, liebe Lisa, für diese interessanten Eindrücke aus dem Institut und für die Vorstellung der Forschungsgeräte und ihrer Einsatzmöglichkeiten!
    Ich wünsche Ihnen noch viele bereichernde Einblicke in die Berufswelt der Naturwissenschaften und spannende, lehrreiche Erfahrungen im Praktikum!