Küstenforschung

Beprobung des Rheins gestartet

Beitrag von Dr. Daniel Pröfrock, Leiter der Abteilung Marine Bioanalytische Chemie

Ausgehend von der Stadt Emmerich in der Nähe der niederländischen Grenze ist ein Team des Bereichs Biogeochemie im Küstenmeer zu einer Beprobung des Rheins aufgebrochen. Aufgrund der schweren Zugänglichkeit des Rheins bzw. um an allen geplanten Stationen sowohl Wasser- als auch Sedimentproben nehmen zu können, kommt das Schlauchboot „Tümmler“ zum Einsatz, das aufgrund seines geringen Tiefgangs auch extrem flache Uferbereiche anfahren kann bzw. solche Bereiche, die von Land aus nicht zugänglich sind. Zusätzlich erreicht es eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 40 km/h, so dass die einzelnen Stationen schnell angefahren werden können.

Ziel des Projekts ist es, Quellgebiete für anorganische Schadstoffe präzise beschreiben zu können und die Endglieder der Transportwege in die Nordsee zu determinieren und zukünftig besser charakterisieren zu können.

Am ersten Tag konnten insgesamt 16 Stationen beprobt werden, wobei eine Strecke von über 116 km zurückgelegt wurde. Die nächste Etappe endet in Bad Honnef.

Für die Planung der Kampagne, die in Kooperation mit der Abteilung Modellierung zur Bewertung von Küstensystemen durchgeführt wurde, kam ein GIS-basiertes System zum Einsatz. Durch die Orientierung an Probennahmestationen des Gütemessnetzes am Rhein sowie der Nutzung von hochaufgelösten Satellitenbildern, konnte die gesamte Kampagne optimal vorbereitet werden und schon im Vorfeld die mögliche Zugänglichkeit der verschiedenen Probennahmepunkte überprüft werden. Eine neue GIS-basierte App erleichtert außerdem während des Feldeinsatzes das Auffinden der Probenpunkte und die Dokumentation der aufgenommenen Begleitparameter.

Die gewonnenen Proben werden im Anschluss an die Kampagne im Labor der Abteilung Marine Bioanalytische Chemie für die anstehenden Messungen vorbereitet. Ein Fokus liegt dabei auf der Analyse von Multielementfingerprints mit Hilfe der ICP Tandemmassenspektrometrie, mit der über 60 Elementkonzentrationen in den Proben erfasst werden. Parallel dazu werden die Proben mit der sogenannten Multikollektor Plasma Massenspektrometrie untersucht, die eine hochpräzise Messung von Isotopenverhältnissen ausgewählter Elemente erlaubt, die Rückschlüsse auf ihre Herkunft zulassen.

Wie schon bei verschiedenen anderen Kampagnen im Watt bzw. in der Elbe werden von verschiedenen Standorten auch wieder Proben für die Kollegen der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz (BfG) genommen, mit dem das Institut für Küstenforschung seit einiger Zeit kooperiert bzw. seit diesem Jahr einen offiziellen Kooperationsvertrag unterhält.

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(Fotos: Daniel Pröfrock / HZG)

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