Küstenforschung

Seekrank?

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Foto: HZG / Ina Frings

Unser letztes Freitagsfoto könnte bei längerer Betrachtung ein Unwohlsein erzeugen. Das liegt daran, dass alles in Blautönen verschwimmt und kein Horizont zu erkennen ist. Zum Zeitpunkt der Aufnahme lag ein Dunst über dem Wasser im Morgenlicht, das für das menschliche Auge auch eher in den Blaubereich tendiert. Wenn dann noch der Horizont „fehlt“, das Schiff schwankt, man gegen die Fahrtrichtung steht, die erzeugten Wellen augenscheinlich von einem wegdriften … tja, das könnte mit Übelkeit ausgehen, wenn man von der Reisekrankheit heimgesucht wird.

Wäre das menschliche Auge in der Lage, den blauen Dunst wegzufiltern, sieht die Sache schon anders aus, weil man einen Horizont erahnen kann. Das fühlt sich auch gleich besser an 🙂

Foto: HZG / Ina Frings

Und wie die Kamera die Szenerie wahrgenommen hat, kann man in dem kleinen Video auf unserer Webseite „Forschung vor Anker“ anschauen. Dort haben wir eine Nachlese mit Impressionen zur Tour 2017 gestaltet.

Screenshot hzg.de

2 Kommentare zu “Seekrank?

  1. Es gibt ein vergleichbares, aber folgenschwereres Phänomen, das bei Kajakfahrern der Inuit gefürchtet ist. Nämlich Dunst oder diffuser Nebel bei absoluter Windstille, also über einer wirklich spiegelglatten Wasserfläche.

    Der Horizont ist sowieso nicht zu erkennen, irgendwelche Landmarken auch nicht. Zusätzlich spiegelt die Wasseroberfläche den gleichförmigen Himmel so präzise, dass der still auf Jagdbeute wartende Kajakfahrer völlig die Orientierung verliert und das Gefühl bekommt, zu schweben und außerhalb dieser Welt zu sein.

    Es wird berichtet, dass die Jäger die Erinnerung an dieses Erlebnis ihr Leben lang nicht mehr loswerden.

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    • Herzlichen Dank für diese hoch interessante Ergänzung! Ja, ich kann es ein kleines bisschen erahnen, weil ich diesem Gefühl nahe kam, als ich vom Bug auf die spiegelglatte See blickte. Es war surreal und ein bisschen unheimlich.

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