Küstenforschung

Untersuchungen im Windpark DanTysk

Beitrag von Tristan Zimmermann und Larissa Schultze

Zwischen dem 17. und dem 20. Juli waren Mitglieder aus den Forschungsgruppen Kleinskalige Physik und Turbulenz, Marine Bioanalytische Chemie und Submesoskalige Dynamik unterwegs in der Nordsee mit dem Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“. Ziel der Forschungsexpedition war es, chemische und physikalische Parameter in der Umgebung von Offshore Windkraftanlagen zu untersuchen, die bisher weitgehend unerforscht sind.

Windkraftanlage im Offshore Windpark DanTysk; Foto: HZG / Anna Reese

Die Errichtung mehrerer Offshore Windkraftanlagen in Küstengewässern wirft unterschiedlichste wissenschaftliche Fragen auf. Einer der Schwerpunkte dieser Expedition war es, Informationen über die Temperaturschichtung der Wassersäule in unmittelbarer Nähe zu den Windmühlen zu sammeln, da diese Turbulenz bei fließender Strömung erzeugen. Die Zunahme an Turbulenz durch die installierten Windmühlen könnte dazu beitragen, dass die Temperaturschichtung vor Ort geschwächt wird oder gar verschwindet, was gegebenenfalls einen bedeutenden Einfluss auf das marine Ökosystem haben könnte. Um die möglichen Veränderungen der Temperaturschichtung innerhalb des Windparks zu untersuchen, wurde eine Schleppkette verwendet. Die Schleppkette ist eine Kette von hochauflösenden CTD-Sensoren (Leitfähigkeit, Temperatur und Tiefe), welche in dieser Expedition die Wassersäule von der Wasseroberfläche bis unterhalb der Temperaturschichtung gemessen hat.

Schlauchboot Tümmler während Messungen mit einer Schleppkette im Windpark DanTysk; Foto: HZG / Anna Reese

Ein weiteres Ziel der Arbeiten war es, Wasser und Sedimentproben im Bereich des Windparks zu gewinnen. Dank einer Genehmigung des Windparkbetreibers konnten erstmals Wasserproben direkt innerhalb des Windparks in der Nähe der Anlagen genommen werden. Im Labor sollen diese Proben dann auf ihren Schwermetallgehalt hin untersucht werden. Hierfür wird am HZG die Massenspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-MS) verwendet. Die so erhobenen Daten fließen in ein Projekt ein, das die Abteilung Marine Bioanalytische Chemie aktuell in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) bearbeitet. In diesem geht es um die Frage, welche stofflichen Emmisionen von Offshore Windanlagen ausgehen. Von besonderem Interesse ist hierbei das Verhalten sogenannter Opferanoden, die verwendet werden, um die Windkraftanlagen vor Korrosion durch das salzhaltige Meerwasser zu schützen. Da sich die Anoden mit der Zeit auflösen, besteht die Möglichkeit, dass Legierungsbestandteile der Anoden in die Umwelt gelangen.

Aufgrund der guten Wetterbedingungen konnten alle geplanten Experimente erfolgreich durchgeführt werden, so dass die Wissenschaftler bereits einen Tag früher als geplant die Rückreise nach Geesthacht antreten konnten. Aktuell werden die erhobenen Messdaten ausgewertet und die gewonnenen Proben für die anstehenden Messungen vorbereitet.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.