Küstenforschung

Wunsch oder Wirklichkeit: Weiße Weihnachten in Norddeutschland

Ein Kommentar

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Weihnachtsmarkt in Hamburg (Foto: fotolia/m.letschert)

„Weiße Weihnachten?! Das gab es früher viel häufiger.“ Dieser Eindruck ist fest in unseren Köpfen verankert. Grüne Weihnachten werden darum schnell dem Klimawandel zugeschrieben. Auswertungen langjähriger Wetterdaten durch Klimaforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) zeigen, dass weiße Weihnachten in Norddeutschland schon immer recht selten waren. Daran hat sich durch die Klimaerwärmung bis heute nicht viel geändert. Auf lange Sicht könnten weiße Weihnachten jedoch deutlich seltener werden als heute. Darauf weisen weitere Ergebnisse der HZG-Wissenschaftler hin.

„Unsere Daten zeigen, unter den heutigen klimatischen Bedingungen treten weiße Weihnachten in Norddeutschland im Durchschnitt etwa alle drei bis vier Jahre auf. Innerhalb Norddeutschlands gibt es dabei aber deutliche regionale Unterschiede“, so die Leiterin des Norddeutschen Klimabüros am HZG, Dr. Insa Meinke.

Am häufigsten treten weiße Weihnachten in Norddeutschland demnach auf dem Harzer Brocken auf. Nur etwa alle vier Jahre bleiben dort die Bäume grün. Ganz anders geht es den Helgoländern. Diese konnten sich zwischen 1986 und 2015 nur alle zehn Jahre einmal über weiße Weihnachten freuen. In Hamburg, Schleswig, Schwerin und Arkona treten weiße Weihnachten jedes dritte Jahr auf. Den letzten Schnee zu den Festtagen gab es jedoch vielerorts in Norddeutschland 2010.

==> zur kompletten Pressemitteilung HZG

Ein Kommentar zu “Wunsch oder Wirklichkeit: Weiße Weihnachten in Norddeutschland

  1. Ich zitiere aus einem Beitrag in meinem Weblog vom Dezember 2015 zum „Mythos weiße Weihnachten“:
    “ … Dass das überall so sein muss, also da, wo es tatsächlich richtigen Winter gibt, versuchen uns Weihnachtslieder und -gedichte weiszumachen und deshalb meint man, dass es so sein müsste und dass es früher ganz bestimmt so gewesen ist. Allein die Textzeile „still und starr ruht der See“ erzählt davon, dass der See unter einer starren Eisdecke ruht. Zugefrorene Seeen zu Weihnachten! Doch nicht hier! Winter, richtigen Winter mit Eis und Schnee, haben wir in der Regel doch frühestens ab mitte Januar. Sicher, es gibt es Ausnahmen, aber die sind selten.“

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