Küstenforschung

Sammlung von Benthos- und Sedimentproben und Erfassung von Seevögeln vor der Küste Dithmarschens

Beitrag von Kai Borkenhagen, Anna-Luiza Chagas, Johanna Kottsieper, Yesnie Niegisch, Philipp Schwemmer, Maria Stage, Stefan Weiel vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) der Universität Kiel

Eine Ausfahrt mit dem Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ (20.10.-26.10.2016)

Im Oktober 2016 haben wir, ein Team aus insgesamt 7 Wissenschaftlern vom Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) der Universität Kiel, mit dem Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ eine siebentägige Schiffsausfahrt durchgeführt. Ziel der Ausfahrt war die Sammlung von Benthos- und Sedimentproben mittels eines Kastengreifers in einem ausgewählten Gebiet vor der Küste Dithmarschens.

Die Benthosproben werden genutzt, um einen Einblick in die Fauna auf und im Meeresgrund zu bekommen und die potenziellen Nahrungsgründe von bestimmten Vogelarten zu untersuchen. Dazu sammelt man aus den Proben alle lebenden Muscheln und Würmer heraus, um diese später im Labor bestimmen und untersuchen zu können.

Zusätzlich zu den Benthosproben haben wir auch Sedimentproben gesammelt. Diese können genutzt werden, um ein Bild von der Bodenbeschaffenheit und den damit zusammenhängenden Eigenschaften zu bekommen.

Neben dem Probensammeln haben wir auch Vogelzählungen nach der international standardisierten Seabirds at Sea (SAS) Methodik durchgeführt. Während der gesamten Ausfahrt lag unser Fokus dabei vor allem auf der Verbreitung der überwinternden Trauerenten. Diese kommen bei uns nicht als Brutvögel vor, nutzen aber die Gewässer der Deutschen Bucht in großen Zahlen während der Mauser und während des Winters.

Übersicht über die geplanten Stationen, an denen mittels Kastengreifer Benthos- und Sedimentproben gesammelt werden sollten. Die Punkte befinden sich jeweils in einem Abstand von 5 Kilometern zueinander. (Grafik: FTZ)

Übersicht über die geplanten Stationen, an denen mittels Kastengreifer Benthos- und Sedimentproben gesammelt werden sollten. Die Punkte befinden sich jeweils in einem Abstand von 5 Kilometern zueinander. (Grafik: FTZ)

Das Wetter war uns leider nicht immer gewogen, so dass wir an einem Tag unsere Tour wegen zu hoher Wellen und zu starkem Wind frühzeitig beenden mussten. Insgesamt konnten wir am Ende der Ausfahrt aber eine sehr gute Abdeckung der Probenstationen erreichen. Auffällig war vor allem die starke Häufung der Amerikanischen Schwertmuschel (Ensis directus) in weiten Teilen des Untersuchungsgebietes. In einer Probe fanden wir einen besonders großen Seeringelwurm (Nereis spp.) mit einer Länge von über 30 cm. Diese Art ist in der Nordsee recht häufig, man findet sie aber nur selten in dieser Größe.

Ein besonders langes Exemplar eines Seeringelwurmes (Nereis spp.) hängt im Kastengreifer. (Foto: FTZ)

Ein besonders langes Exemplar eines Seeringelwurmes (Nereis spp.) hängt im Kastengreifer. (Foto: FTZ)

Da wir die SAS-Zählungen während der Zugzeit durchgeführt haben, war es nicht verwunderlich, dass wir viele Gänse (vor allem Nonnen- und Ringelgänse) und etliche Singvögel beobachten konnten. Ein kleines Highlight waren dabei ein ziehender Waldkauz und ein Wellenläufer.

Darüber hinaus konnten wir vor allem verschiedene Möwenarten beobachten, darunter Lachmöwen, Silbermöwen, Sturmmöwen, Herings- und Mantelmöwen.

An Säugetieren konnten wir an vielen Tagen mehrere Seehunde und einige Schweinswale beobachten.

Diese Karte zeigt die während der SAS-Zählung erfassten Strecken unserer Ausfahrt. (Grafik: FTZ)

Diese Karte zeigt die während der SAS-Zählung erfassten Strecken unserer Ausfahrt. (Grafik: FTZ)

Ohne die Unterstützung und Mitarbeit der Schiffsbesatzung wäre die Ausfahrt nicht möglich gewesen. Deswegen gilt ein großer Dank an dieser Stelle Helmut und Detlef.

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