Küstenforschung

Zur Schiffsglocke

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Foto: HZG / Ina Frings

auf unserem letzten Freitagsfoto hatten wir gleich mehrere Fragen gestellt, die in den Kommentaren auch fast alle beantwortet wurden. Da war z.B. der Aspekt, dass man eine Schiffsglocke in einer Kneipe nur läuten sollte, wenn man eine Lokalrunde ausgeben will.

Doch welche Funktionen hat die Schiffsglocke in der Seefahrt? Sie ist vorrangig ein Signalinstrument, das z.B. bei schlechter Sicht eingesetzt werden kann, im Notfall zum Sammeln der Mannschaft ruft oder die Länge der ausgefahrenen Ankerkette angibt.

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Foto: HZG / Ina Frings

Die bekannteste traditionelle Verwendung ist das Glasen der Schiffsglocke. Der Begriff rührt daher, dass früher 2 Sanduhren (ein 4-Stunden-Glas und ein Halbstunden-Glas) anzeigten, wann es Zeit war, die Schiffsglocke zu läuten. In einer vorgegebenen Schlagzahl: 1 Schlag für die halbe Stunde, 1 Doppelschlag für die volle Stunde. Anhand dieser akustischen Kombinationen wusste man, wie spät es war und wann der Wachwechsel anstand: bei 4 Doppelschlägen, also 8 Glasen.

Der Handgriff zum Schlagen der Schiffsglocke ist meist kunstvoll gestaltet aus Zierknoten. Diese aus Seilen und Knoten gestalteten Handarbeiten heißen Platting, die nicht nur in der Seefahrt vorkommen.

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