Küstenforschung

Gemeinsam Wissen schaffen

In jedem Menschen steckt ein Forscher, denn die Neugier treibt ihn an, Dinge herauszufinden, Zusammenhänge zu verstehen und sich darüber auszutauschen. Nicht jede Entdeckung mündet in einer Erfindung, doch gesammeltes Wissen ist ein unschätzbarer Wert, der auch Anderen zugute kommt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will die so genannten „Bürgerwissenschaften“  (Citizen Science) voranbringen durch eine Förderung. Dazu ein Auszug aus der Pressemitteilung 090/2016:

Erstmals fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gezielt Forschungsprojekte, an denen maßgeblich Bürgerinnen und Bürger beteiligt sind. Bürgerwissenschaften, auch Citizen Science genannt, liefern der Forschung bereits detaillierte und umfangreiche Informationen, geben wichtige Impulse für Forschungsfragen und Rückmeldungen zur Relevanz und Anwendbarkeit von wissenschaftlichen Ergebnissen. Dies möchte das BMBF mit der neuen Förderung weiter ausbauen und auch methodisch voranbringen. Ziel ist es, den direkten Austausch zwischen Bürgerinnen, Bürgern und Forschenden zu stärken, neue wissenschaftliche Fragestellungen zu ermöglichen und die Bürgerwissenschaften insgesamt weiterzuentwickeln.

„Immer mehr Menschen entdecken in ihrer Freizeit die Wissenschaft für sich, beobachten seltene Tiere, erforschen die Geschichte ihrer Stadt oder messen Klimaphänomene. Bürgerinnen und Bürger wollen zunehmend nicht mehr nur über Ergebnisse informiert, sondern in den Forschungsprozess eingebunden werden. Diesen Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft möchte das Bundesforschungsministerium vertiefen. Unsere neue Förderung gilt deshalb Projekten, die Menschen unabhängig von ihrem Bildungshintergrund für Wissenschaft begeistern können. Von der Zusammenarbeit können alle Beteiligten profitieren“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Stefan Müller.

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Screenshot buergerschaffenwissen.de

Auf der eigens dafür eingerichteten Plattform „Bürger schaffen Wissen“ sind ausführliche Informationen vorhanden. Welche Projekte es bereits gibt, wo man mitmachen kann und wie man neue Forschungsideen dort einbringen kann. Vielleicht ist das bisher leidenschaftlich betriebene Hobby in der Freizeit schon ein Forschungsprojekt? Doch nicht nur Einzelpersonen sind angesprochen, es gibt ebenso Ideen für Schulklassen und Vereine.

Ein Beispiel für Küstenforscher auf dieser Plattform ist das europäische Projekt CITCLOPS (Citizens’ Observatory for Coast and Ocean Optical Monitoring). Auf den englischsprachigen Webseiten werden die Fragen zur Farbe, Transparenz und Fluoreszenz von Gewässern erläutert. Dort wird die Bestimmung der Farbe anhand einer Secchi-Scheibe in Kombination mit der Forel-Ule-Skala genau erklärt. Ebenso wird zum Mitmachen angeregt, indem man eine Farbskala in Anlehnung an Forel-Ule als App herunterladen kann. Auf diese Weise sollen Daten zu Küstengewässern weltweit gesammelt werden.

==> Pressemitteilung 090/2016 des BMBF „Gemeinsam Wissen schaffen“

==> Plattform „Bürger schaffen Wissen“

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