Küstenforschung

Submesoskalige Strukturen

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Bei unserer Expedition Uhrwerk Ozean war immer wieder von submesoskaliger Dynamik und submesoskaligen Strukturen die Rede. Was man unter Dynamik oder Struktur versteht mag noch allgemein bekannt sein. Aber was hat es mit dem sperrigen Begriff submesoskalig auf sich?

Als submesoskalige Strukturen werden in der Küstenforschung einzelne Wirbel und Fronten im Meer von einigen hundert Metern bis zu einigen Kilometern Größe bezeichnet. Sie sind dank klar erkennbarer Grenzen eindeutig identifizierbar und haben ihre eigene, submesoskalige Dynamik.

Auf der Webseite des Institutsteils „Operationelle Systeme“ des Instituts für Küstenforschung findet man darüber hinaus folgende Informationen zu den submesoskaligen Strukturen:

Derzeitig gibt es noch grundsätzliche Lücken in der Beobachtung der Ozeane bei submesoskaligen Strukturen. Der Grund liegt in ihrer kurzen Lebensdauer und der Nichtvorhersagbarkeit ihres Auftretens. Aufbau und Zerfall von submesoskaligen Wirbeln und Fronten konnten bisher kaum untersucht werden, da passende Beobachtungstechniken erst in den letzten Jahren entwickelt wurden. Die Wissenschaftler widmen sich der systematischen Weiterentwicklung dieser äußerst komplexen Beobachtungstechniken und der Untersuchung der submesoskaligen Prozesse. Forschungsziel ist zum einen eine vollständigere Erklärung des Energietransportes von den Ozeanen an die Küsten über stufenweise Energieumwandlungen. Zudem wird vermutet, dass die plötzlichen Temperatursprünge an den scharfen Kanten der submesoskaligen Strukturen das Wachstum von Phytoplankton, der Grundlage des Nahrungsnetzes der Meere, anstoßen. Dies beeinflusst zudem die räumlichen Muster für das Auftreten von Zooplankton und weiterer Nahrung von Fischen.

6 Kommentare zu “Submesoskalige Strukturen

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  4. Danke! =)
    Ich hatte ja zum Beitrag vom 23. Juni genau danach gefragt und von Ina Frings die Auskunft bekommen, dass Wirbel von weniger als 10 km Durchmesser als submesoskalig bezeichnet werden.
    Da möchte ich gleich die Frage anschließen, welches das obere Maß der mesoskaligen Wirbel ist und wie die größeren bezeichnet werden.
    Nicht, dass es für mich wichtig wäre (ich komme ganz gut mit Bezeichungen wie klein, mittelgroß und groß aus), aber wenn wir schon mal dabei sind, dann lerne ich doch gerne was dazu. 🙂

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    • Mesoskalige Wirbel sind die nächste „Größenklasse“ oberhalb der sub-mesoskaligen Wirbel. Normalerweise versteht man darunter einen durchschnittlichen Durchmesser von ca. 100 km. Die Obergrenze ist etwas diffus, da gibt es verschiedene Aussagen in der wissenschaftlichen Literatur, aber es geht nicht jenseits von 500 km. Jenseits dieser Größe wird dann nur noch im Deutschen von Wirbeln gesprochen, das ist dann schon im Bereich der globalen Ozean-Zirkulation. Im Englischen ist die wissenschaftliche Sprache dort genauer und unterscheidet zwischen „eddies“ – Wirbel im mesoskaligen Bereich und kleiner – und „gyres“ – Wirbel, die ganze Ozeanbecken umfassen.

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