Küstenforschung

Depressor

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Screenshot Mediathek NDR

Zugegeben, der so genannte „Depressor“ auf unserem letzten Freitagsfoto hat mit den zur Expedition verwendeten Exemplaren nur noch wenig Ähnlichkeit. Die aktuelle Formgebung konnte man im Film des NDR schon sehen.

Woraus resultiert dieser Unterschied? Das erklärt sich auch aus der Funktionsweise. Ein Depressor wird am Ende der Schleppkette mit den Messsensoren befestigt, die wiederum vom Schiff gezogen wird. Wenn das Schiff mit höherer Geschwindigkeit fährt, liegt die Schleppkette fast waagerecht im Wasser. Gewünscht ist jedoch, dass sie in einem bestimmten Winkel in die Tiefe geht, damit die Sensoren die erforderlichen Parameter in der Wassersäule eines Wirbels messen können. So muss am Ende der Schleppkette ein „Gewicht“ befestigt werden, damit sie entsprechend des Winkels bei Fahrt in die Tiefe gedrückt wird (lat. depressare = niederdrücken).

Ein einfaches Gewicht oder eine Art Scherbrett, wie es ein Leser im Kommentar vermutet hat, erfüllt diese Funktion nicht. Es ist tatsächlich eine physikalische Berechnung und Tüftelei, wie sich der Depressor unter Wasser verhält bei unterschiedlichen Konstellationen, z.B. Wasserdruck, Gegendruck, Geschwindigkeit, Strömungseigenschaften usw. Er selbst muss eine gewisse Stromlinienförmigkeit besitzen, damit der Druck nicht zu hoch wird und die Schleppkette abgerissen wird. Das war für die Ingenieure und Techniker eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, einen Depressor zu entwickeln, der den wissenschaftlichen Anforderungen in der Expedition gerecht wird.

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