Küstenforschung

Globale hoch aufgelöste Klimarekonstruktion

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Screenshot der Animation: Visualisierung der Entwicklung des Hurrikans „Wilma“. © DKRZ / HZG / CliSAP

Um Extremereignisse im Klimasystem wie beispielsweise Stürme untersuchen zu können, werden lange und homogene Zeitreihen von Wetterdaten benötigt. Eine neue, globale Simulation mit dem Klimamodell ECHAM6 liefert zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Daten der vergangenen Jahrzehnte. Erste Untersuchungen zeigen, dass globale Zirkulationssysteme wie die Nordatlantische Oszillation oder der Monsun realistisch simuliert werden. Regionale Wettererscheinungen werden meist realistischer wiedergegeben als in globalen Reanalysedaten, da hier oft nur mit niedriger räumlicher Auflösung gerechnet wird und die Daten meist nur 6-stündig vorliegen. Mit seiner hohen Auflösung bietet dieser neue globale Datensatz eine Alternative zu Simulationen mit Regionalmodellen und kann darüber hinaus zur Untersuchung globaler Klimazusammenhänge verwendet werden.

Dieser neue Ansatz wurde nun im Projekt „Global high-resolution climate reconstruction“ des Exzellenzclusters CliSAP (Integrated Climate System Analysis and Prediction) vorgestellt. Das Projekt wurde 2011 konzeptionell von Hans von Storch initiiert. Mit dem atmosphärischen Klimamodell ECHAM6 wurde ein globaler Datensatz des Wetters der vergangenen 67 Jahre von 1948 bis 2015 berechnet.

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Die Hamburger Sturmflut des Jahres 1962 im neuen globalen ECHAM6 Datensatz (links) und in den NCEP1 Reanalysen (rechts): Linien gleichen Luftdrucks (Isolinien) und bodennahes Windfeld (Farben) am 16. Februar 1962. © DKRZ / HZG / CliSAP

Diese sehr umfangreiche und hoch aufgelöste Wettersimulation über gut 67 Jahre (Schubert-Frisius et al., 2016) wurde auf dem Hochleistungsrechner des Deutschen Klimarechenzentrums durchgeführt. Die Berechnungen dauerten knapp acht Monate und haben 2 Millionen CPU-Stunden sowie 150 Terabyte Speicherplatz für die stündliche Archivierung von über 200 meteorologischen Größen erfordert. Die resultierenden Daten wurden am DKRZ in Bezug auf ihre physikalische Konsistenz qualitätskontrolliert,  in der CERA-Klimadatenbank abgelegt und publiziert:  doi:10.1594/WDCC/CLISAP_MPI-ESM-XR_t255l95.

==> zum kompletten Artikel des DKRZ

==> Ansprechpartnerin: Dr. Frauke Feser, Abteilung „Themenkoordination Stürme

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