Küstenforschung

Wenn „Sand am Meer“ knapp wird

Ein Kommentar

So schüttete Josef das Getreide auf, über die Maßen viel wie Sand am Meer […].

Bereits in biblischen Versen – der obige stammt aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 41, Vers 49 – wussten die Menschen eine schier unzählbare Anzahl mit „Sand am Meer“ zu vergleichen. Diese Beschreibung dürfte allerdings bald an Wahrheitsgehalt verlieren. Denn Sand als wichtiges Material in der Baubranche, aber auch in der Forschung, wird knapp.

screenshot_helmholtz-perspektiven1-2016_sandSand als knappe Ressource auf unserem Planeten? Natürlich lagern in den Wüstengebieten Unmengen an Sand. Zum Bauen sind diese allerdings unbrauchbar, da die Körner des Wüstensandes zu glatt sind. Um dem Bauboom gerecht zu werden, ist immer mehr Sand von Stränden oder Meeresböden nötig, der allerdings nicht nur begrenzt, sondern mittlerweile auch immens teuer ist. Letzten Endes beeinflusst der Abbau großer Sandvorkommen das gesamte lokale Ökosystem.

Prof. Dr. Kay-Christian Emeis ist Institutsleiter der Biogeochemie im Küstenmeer am Institut für Küstenforschung und warnt davor zu glauben, Sand sei eine schnell nachwachsende Ressource. „Sand ist im Grunde nichts anderes als ein Zerkleinerungsprodukt von geologisch älteren Gesteinen, das durch Erosion entsteht. Doch dieser Prozess dauert eben Zehntausende von Jahren“, so Emeis.

Die Sandknappheit ist Titelthema der neuesten Ausgabe der „Helmholtz Perpektiven“. Welche umfangreichen Ausmaße die Folgen des Sandabbaus haben können und welche Alternativen es gibt, steht in der Online-Version der Januar/Februar-Ausgabe. Das Magazin lässt sich ebenso als pdf laden.

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