Küstenforschung

Meerglas

Ein Kommentar

oder Seeglass (angelehnt an den englischen Begriff Sea Glass) ist streng genommen Müll. Mancherorts wurden früher Küstenabschnitte als Müllabladestationen missbraucht. Was die Natur aus Glasmüll recycelt, liegt bei Sammlern weltweit mittlerweile hoch im Kurs: das begehrte Meerglas. Glasscherben, die vom Meer und Sand über viele Jahre geschliffen und satiniert wurden.

Auch an Nord- und Ostsee findet man Meerglas, vorzugsweise dort, wo das Meer so genannte Geröll-Ablagerungen bildet am Spülsaum. Da muss man schon genauer hinschauen, denn manche Scherben sind sehr klein, stechen aber aufgrund ihrer ungewöhnlichen Farbe aus der Ansammlung von Treibgut heraus.

251115_01

Strand in Bjerregaard, Westjütland (Dänemark). Foto: Ina Frings

Größere oder ungewöhnliche Fundstücke lassen sich anhand bestimmter Merkmale sogar näher identifizieren, z.B. woher die Scherbe stammt oder was ihr Alter betrifft. Das kann sogar bis hin zur Epoche der Glasherstellung reichen, wenn charakteristische Ausprägungen vorhanden sind. Ann-Christin Wimber ist Expertin auf dem Gebiet und gibt auf ihrer Website Meerglas sowie in ihrem Buch ausführliche Informationen dazu.

 

Der Traum aller Sammler ist der wohl berühmteste Glass Beach in Fort Bragg, California. Aus der ehemaligen Mülldeponie (bis 1967) wurde ein Strand aus Meerglas. Schauen, Fotografieren und Anfassen ist erlaubt – aber nicht das Mitnehmen. Denn derartige Küstenabschnitte genießen mittlerweile Naturschutz aufgrund ihrer Einzigartigkeit, was auch Flora und Fauna umfasst.

Ein Kommentar zu “Meerglas

  1. Pingback: Eine Glasscherbe | Küstenforschung