Küstenforschung

Mitarbeiter stellen sich vor: Martin Hieronymi

Welchen fachlichen Hintergrund haben Sie?

Die raue See steht bei mir im Fokus – gleichwohl ich sie manchmal nicht vertrage. Wind und Wellen sind der rote Faden meines bisherigen Weges. Ich habe Schiffs- und Meerestechnik mit den Schwerpunkten Hydrodynamik und Offshore-Technik studiert. Danach habe ich in Meteorologie weiter gemacht und über den Einfluss von Wellen auf das Sonnenlicht unter Wasser promoviert.

Als ich ans HZG kam, habe ich wieder mein Schwerpunkt-Thema erweitert, nämlich den Ozean aus der Satelliten-Perspektive fern-zu-erkunden. Jetzt untersuche ich das Sonnenlicht, das aus dem Wasser wieder herauskommt – die Farbe des Meeres – und dessen Wechselwirkung mit der rauen See.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Meine Arbeit ist sehr vielseitig. Gelegentlich bin ich auf See, um optische Messdaten des Wassers zu sammeln. Im Büro werden diese Daten zusammengeführt und ausgewertet. Ich entwickle Computer-Modelle, um spezielle Effekte genauer untersuchen zu können und Wechselwirkungen aus Beobachtungsdaten zu simulieren.

Im Team arbeiten wir daran, aus Satellitendaten bestmögliche Aussagen über die Wasserqualität und Inhaltsstoffe treffen zu können. Schließlich berichte ich von meinen Ergebnissen auf internationalen Projekttreffen und Konferenzen und tausche mich dort mit anderen Wissenschaftlern aus. Das Spannende an der Forschung ist, dass so vieles neu ist, und Lösungen nicht von der Stange zu haben sind.

Was ist Ihr großes Ziel?

Ich bearbeite einige Nebenschauplätze aktueller Forschung, die in ihrer Gesamtheit großes Potential haben. Mein Ziel ist es, einen kleinen, aber wichtigen Baustein beitragen zu können, um operationelle Erdbeobachtungsdaten vermehrt und qualitativ hochwertiger auswerten zu können. Auf dieser Grundlage können dann Langzeit-Untersuchungen Aufschluss über zukünftige Entwicklungen der Meere geben.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Beruflich freue ich mich darüber, aus dem diffusen „Wenn ich groß bin, will ich Meeresforscher werden!“ reale Seinsweise verwirklicht zu haben. Dazu gehört, an den entscheidenden Wegpunkten unkonventionelle, aber bestimmte Entscheidungen getroffen zu haben.

Was ist Ihr persönliches Markenzeichen?

Ich versuche die Dinge mit Humor zu sehen. Auch wenn er manchmal in die Hose geht, mindestens ein Gag muss im Vortrag schon vorhanden sein …

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