Küstenforschung

Mitarbeiter stellen sich vor: Johanna Irrgeher

Welchen fachlichen Hintergrund haben Sie?

Ich habe Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU) studiert. Im Zuge meiner Masterarbeit kam ich ans VIRIS Labor des Instituts für Analytische Chemie um dort im Bereich der Element- und Isotopenanalytik meine Abschlussarbeit zu verfassen.

Die Faszination zur Analytik, im besonderen zur Isotopenanalyse, und ihr möglicher Einsatz in den vielen unterschiedlichen und spannenden Anwendungsgebieten hat mich von da an nicht mehr losgelassen. Ich hatte das Glück, dort auch meine Doktorarbeit zum Thema „Strontiumisotopenverhältnisse in biologischen Hartgeweben als Tracer für menschliche und tierische Migration“ verfassen zu können.

Unterstützt durch ein Dissertationsstipendium zur Förderung von Frauen in der Forschung (DOC-fForte) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften bot sich mir die einzigartige Möglichkeit, während meiner Zeit als Dissertantin Auslandsaufenthalte in Taiwan an der National Cheng Kung University in Tainan sowie in Kanada am National Research Council Canada in Ottawa zu absolvieren.

Nach Abschluss meiner Doktorarbeit Ende 2013 blieb ich noch gut ein Jahr an der BOKU in Tulln als PostDoc im Bereich der Analytischen Ökogeochemie mit dem Schwerpunkt der Isotopenanalytik mittels Massenspektrometrie, bevor ich im März dieses Jahres als Gastwissenschaftlerin nach Geesthacht ans HZG gekommen bin. Seit Anfang September bin ich als PostDoc in der Abteilung für Marine Bioanalytische Chemie im Bereich der Isotopenanalytik mittels Multikollektor-ICP-MS tätig, wobei hier mein Interesse besonders den sogenannten „schweren“ Isotopen und deren Potential in der Küstenforschung gilt.

Fachlich fühle ich mich als Analytikern mit starkem Fokus auf die Methodenentwicklung zur Anwendung von analytischen Methoden auf Fragestellungen in der Umweltforschung, wobei die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Disziplinen, die hier zwangsläufig zusammenlaufen müssen, für mich besonders spannend ist und meines Erachtens unabdingbar für wissenschaftlichen Erfolg in dieser Forschungssparte.

Seit 2014 bin ich außerdem Mitglied der IUPAC – Commission on Isotopic Abundances and Atomic Weights (ciaaw.org) und beschäftige mich dort mit diversen Themen rund um Isotopenhäufigkeiten und Atomgewichte, deren Messungen, damit verbundene Messunsicherheiten, Referenzmaterialien und vielen anderen Aspekten zur weltweiten Harmonisierung dieser wichtigen Tabellenwerte und deren richtiger Verwendung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Wie die meisten meiner KollegInnen habe auch ich keinen typischen Arbeitstag – Gottseidank! Jeder Tag unterscheidet sich vom vorangegangenen und genau das ist der Grund, weshalb ich meinen Job auch so gerne mache. Natürlich dreht sich viel um verschiedene Arbeiten im Labor, Messungen an den Geräten, Datenjonglieren- und Auswertungen, deren Interpretation, das Verfassen und Erstellen von Berichten und Publikationen sowie das Generieren von neuen Ideen und Projekten. Produktive Teamarbeit ist mir besonders wichtig und macht mir auch den meisten Spaß!

Was ist Ihr großes Ziel?

Mein größtes Ziel ist es, mir das Glück zu bewahren, bei der Arbeit, die ich mache, Spaß zu haben. Damit ergeben sich viele Ziele ohnehin von selbst…

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Die letzten großen fachlichen Erfolge waren sicher das Herausbringen eines Buchs zum Thema Sektorfeld-Massenspektrometrie (Sector Field Mass Spectrometry for Elemental and Isotopic Analysis, Royal Society of Chemistry, 2014) gemeinsam mit drei tollen Kollegen aus dem Feld und der Zusammenarbeit mit mehr als dreißig fleißigen AutorInnen. Weiters erscheint demnächst im Journal Analytical and Bioanalytical Chemistry eine Topical Collection zum Thema Applications of isotopes in analytical ecogeochemistry, bei der ich ebenfalls als Editorin und Autorin mitwirken durfte.

Zu meinen größten persönlichen Erfolgen zählen dieses Jahr die erfolgreichen Teilnahmen an mehreren Triathlonbewerben hier im Norden, darunter auch zwei Olympische Distanzen.

Was ist Ihr persönliches Markenzeichen?

Hier in Geesthacht begleitet mich mein VIRIS-Kaffeehäferl (ein Geschenk meiner österreichischen Arbeitsgruppe). Ansonsten habe ich eigentlich immer mein taiwanesisches Essstäbchen-Reiseset und einen Skeleton-Leatherman dabei. Persönlich zeichne ich mich vermutlich dadurch aus, dass mich so schnell nichts aus der Fassung bringt.

280915

(mehr Informationen zu Dr. Johanna Irrgeher)

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