Küstenforschung

Ormeaux

Ein Kommentar

nennen die Franzosen die Schneckenart auf unserem Freitagsfoto, die deutsche Bezeichnung lautet Seeohr (Haliotis) oder  Meerohr bzw. Abalone.

Kollegin Christiane Hagemann erzählt von ihrem Fund:

Im Norden der Bretagne habe ich während meines Urlaubs und ‚in freier Wildbahn‘ eine faszinierende und aufregende Entdeckung gemacht: Bei Ebbe bleibt zwischen den Felsen in Vertiefungen Wasser stehen und es bilden sich sozusagen Aquarien, die voller Leben sind. An einem Stein klebte etwas, was wie eine riesige Muschel aussah, aber doch irgendwie anders. Das Lebewesen spritzte sogar Wasser aus den ‚Düsen‘.

Verwundert und überrascht habe ich einheimische Franzosen gefragt und erfuhr, dass es sich bei dem Fund um ‚Ormeaux‘ handelt, also ein Seeohr. Man nennt sie auch ‚Trüffel der Meere‘ oder ‚Goldstücke der See‘ und sie gehören der Gattung der Schnecken an. Man sagt, dass dieses Geschöpfe dabei sind, der Auster den Rang als eldelste Meeresspeise abzulaufen. Mein Appetit darauf hielt sich allerdings sehr in Grenzen.

Nach weiteren Recherchen habe ich erfahren, dass es in Frankreich nur einen Züchter gibt, dem es gelungen ist, die Fortpflanzung der Seeohren in natürlichem Habitat als ökonomisch erfolgreiche Produktion zu betreiben. Sylvain Huchette ist Meeresbiologe und hat sogar über das Thema „Die Regelung der Seeohren-Population durch Dichte“ promoviert.

Abalone Zucht in der Bretagne – Sylvains Meerestrüffel

Da die Tiere in diesen Gefilden äußerst selten und sehr empfindlich sind, wurde die Schnecke nach der Filmaktion natürlich sofort wieder an die Fundstelle zurückgesetzt.

Ein Kommentar zu “Ormeaux

  1. Herzlichen Dank für die Impressionen! Ich hatte vorher noch keine Aufnahmen des lebenden Tieres gesehen.
    Man sieht deutlich, dass die Schale einen Nabel hat, dass es sich also um ein „Schneckenhaus“ handelt. Faszinierend!
    Der Beitrag zeigt, dass auch spontane Urlaubsaufnahmen reizvoll und informativ sein können!

    Wieder was gelernt! 🙂

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