Küstenforschung

Ostseekampagne 2015

posted by Christina Apel, Franziska Heydebreck und Melanie Böhme aus der Abteilung Umweltchemie

Wer sind wir und was haben wir vor?

Wir sind Christina Apel, Franziska Heydebreck und Melanie Böhme aus der Abteilung Umweltchemie und wollen die deutsche Ostseeküste von Wolgast nach Flensburg mit dem Forschungsschiff Ludwig Prandtl beproben. Wir schreiben an unseren Doktor- bzw. Masterarbeiten und befassen uns mit dem Verhalten und Verbleib organischer Schadstoffe in der marinen Umwelt.

Uns interessieren vor allem UV-Filter, Antioxidantien, natürliche und synthetische Hormone und perfluorierte Alkylsubstanzen (PFASs). UV-Filter sind in vielen Kosmetikartikeln und (fast) jeder Sonnencreme zu finden und schützen unsere Haut vor UV-Strahlung. Antioxidantien sind maßgeblich für die lange Lebensdauer von Plastikprodukten zuständig und werden in der Regel zusammen mit UV-absorbierenden Substanzen eingesetzt. Die zu analysierenden Hormone umfassen vor allem Sexualhormone – insbesondere Estrogene – die sowohl natürlich von Organismen gebildet werden und z.B. den weiblichen Sexualzyklus steuern als auch künstlich synthetisierte Hormone, die z.B. in der Empfängnisverhütung eingesetzt werden. PFASs sorgen u.a. für die wasser-, schmutz- und ölabweisenden Eigenschaften von Outdoorkleidung und Kochgeschirr.

Über das Abwasser und Freizeitaktivitäten in Flüssen und dem Meer können diese Stoffe ins Oberflächenwasser gelangen, wodurch auch andere Organismen exponiert und beeinträchtigt werden können (z.B. Fische). Die Ostseekampagne stellt einen wichtigen Teil unserer Arbeiten dar und wir hoffen, dass dieses Mal wettertechnisch alles ein bisschen besser läuft als auf der Nordseekampagne unserer Abteilung im Mai 😉

Tag 1

Für den Schadstoffeintrag in die deutsche Ostseeküste sind vor allem Zuflüsse wie die Oder verantwortlich. Die Oder ist der fünftgrößte Fluss Deutschlands mit einem mittleren Abfluss von 540 m³/s. Damit wir eine Eintragsmenge für die Schadstoffe abschätzen können, beproben wir zunächst die Flüsse Oder und Peene. Beide Flüsse münden über das Stettiner Haff bzw. den Peenestrom in die Ostsee.

Unsere Reise startet daher in Schwedt, einem (n)ostalgischen Städtchen direkt an der Oder. Der erste Tag unserer Probennahmekampagne führt uns von Schwedt stromabwärts Richtung Stettiner Haff. Ungefähr alle 20 km nehmen wir Wasserproben (und versuchen uns auch an Sedimentprobennahmen) und passieren dabei viermal die deutsch-polnische Grenze – ein Hoch auf das Schengener Abkommen 😉

Auf den Fotos seht ihr uns bei der Probennahme, der Bestimmung der Temperatur, der Salinität und des pH-Wertes unserer Proben und natürlich der Protokollführung.

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