Küstenforschung

Wissenschaftler des HZG und der BFG starten zur gemeinsamen Probennahme im Bereich der Tideelbe

posted by Dr. Daniel Pröfrock, Abteilung Marine Bioanalytische Chemie

logo_hzg_400x108Erst vor wenigen Wochen hatten sich Vertreter des Instituts für Küstenforschung aus dem Bereich „Biogeochemie im Küstenmeer“ mit Kollegen der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz zu einem Workshop getroffen, bei dem man sich u.a. auf eine engere Zusammenarbeit bei der Gestaltung von Messkampagnen (Nutzung des Forschungsschiffs „Ludwig Prandtl“) verständigt hat.

bfg_308x108Im Rahmen eines Messvorhabens, das durch die Abteilung „Marine Bioanalytische Chemie“ entlang der Tideelbe sowie im Bereich der Oberelbe organisiert wurde, wird diese Kooperation jetzt die Tat umgesetzt.

Ziel der Kampagne ist die Gewinnung von Probenmaterial, um durch eine kombinierte Analyse von Elementfingerprints und Isotopenverhältnissen ausgewählter Elemente Informationen zu Herkunft, Transportwegen und Verteilung von Sedimenten und Schwebstoffen sowie von Schadstoffen im Küstenbereich zu gewinnen. Für die Untersuchung entsprechender Transportprozesse bedarf es der Bestimmung entsprechender Element- und Isotopenmuster in ausgewählten, repräsentativen Proben aus den Zielgebieten, die die wichtigsten, sowohl geomorphologisch als auch hydrodynamisch charakteristischen Zonen umfassen. Ebenso umfasst es Proben aus dem gesamten Einzugsgebiet der großen Flusssysteme, um entsprechende Quellgebiete präzise beschreiben zu können und die Endglieder der Transportwege im Hinblick auf ihre Element- und Isotopenzusammensetzung zu charakterisieren.

Die Messkampagne widmet sich der Erweiterung des bereits existierenden Probenpools auf das Einzugsgebiet der Elbe, um die o.g. Endglieder der Element- und Isotopensignaturen bestimmen zu können. Dies ist notwendig, um Mischungen entlang der Transportwege schlussendlich charakterisieren und Einflussquellen auf die Zielgebiete determinieren zu können. In diesem Zusammenhang können beispielsweise Sr-Isotopenverhältnisse genutzt werden, um Sedimentflüsse zu beschreiben, da die Variabilität dieses Isotopensystems weitgehend einer geogenen Variabilität unterliegt, während die Betrachtung von z.B. Pb Isotopen die Unterscheidung von geogenen und anthropogenen Schadstoffquellen erlaubt.

Im ersten Fahrtabschnitt, der sich entlang der Tideelbe vom Scharhörnriff bis zum Geesthachter Wehr erstreckt, ist mit Uwe Hentschke auch ein Vertreter der BFG mit an Bord des Forschungsschiffs „Ludwig Prandtl“, um für sich und Kollegen aus verschiedenen Referaten der Abteilung für „Qualitative Gewässerkunde“ an ausgewählten Stationen Proben zu nehmen. Die Proben dienen unter anderem der Bewertung der chemischen und ökotoxikologischen Sedimentqualität. Zusätzlich werden Proben aus der Wassersäule und aus dem Sediment genommen, um das Vorkommen und die Verteilung von neuen Substanzen wie Pharmazeutika oder Plastikpartikel zu untersuchen. Ziel der Untersuchung der BFG ist die Gewinnung von weiteren Informationen zur Abschätzung von Schadstofffrachten der Elbe sowie die Schließung von Lücken im Dauermessprogramm der BFG.

Insgesamt werden in diesem ersten Abschnitt 36 Stationen zur Probennahme angesteuert.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.