Küstenforschung

Mitarbeiter stellen sich vor: Holger Brix

Welchen fachlichen Hintergrund haben Sie?

Ich habe an der Uni Hamburg Meteorologie studiert und bin dann für meine Promotion in Physik / Physikalischer Ozeanographie an das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven gegangen. Danach habe ich über 12 Jahre im Bereich marine Biogeochemie in den USA an der University of California in Los Angeles in Forschung und Lehre gearbeitet. Seit Januar 2014 bin ich am Institut für Küstenforschung des HZG.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Gibt es nicht. Die Arbeit ist jeden Tag anders, da mein Aufgabengebiet sowohl Forschung als auch Wissenschaftsplanung und Koordination umfasst und jeder Tag neue Herausforderungen bringt. Was eigentlich immer dabei ist, sind Meetings zu verschiedensten Projekten, in denen entweder Forschungsfahrten geplant oder Probleme im laufenden Betrieb unserer Messstationen besprochen werden, Arbeiten zwischen verschiedenen Abteilungen koordiniert werden, oft gibt es auch Vorträge von Wissenschaftlern zu aktuellen Forschungsvorhaben usw.

Dann gibt es den Teil, in dem ich „Wissenschaft mache“, das heißt bei mir, dass ich an Computer-Modellen für den Ozean arbeite. Oft bedeutet das, dass ich mir überlegen muss, wie ich eine Idee oder ein wissenschaftliches Konzept in eine Programmiersprache übersetze. Dann wird das ausprobiert und da es nicht immer auf Anhieb klappt, muss ich dann herausfinden, warum. Das kann so ziemlich alles sein – vom Tippfehler bis hin zu einer neuen wissenschaftlichen Erkenntnis, die vorher nicht bedacht wurde. Wenn es klappt, ist das natürlich umso besser, dann werden Ergebnisse analysiert und mit Kollegen und Kolleginnen diskutiert und schließlich für eine Publikation aufgeschrieben. Und darüber hinaus gibt es jede Menge Kleinkram: E-Mails, Telefonate, normale Büroarbeit, diesen Text schreiben, und und und …

Was ist Ihr großes Ziel?

Ich möchte im Rahmen unseres Projektes „Globale Küste“ ein Modell entwickeln, das es uns erlaubt, den Einfluss der Küsten auf den Ozean und das Klima zu untersuchen. Küstenforschung ist oft Forschung „vor Ort“ und wird überall auf der Welt betrieben. Aber so lange die Wissenschaftler sich dort auf ihre Region beschränken, ist es relativ schwierig ein Bild des „großen Ganzen“ zu bekommen, d.h. herauszufinden welche Rolle die „Summe aller Küsten“ spielt. Auf der anderen Seite sind Küsten für Wissenschaftler, die sich mit globalen Fragestellungen beschäftigen, oft nur „Randbedingungen“ des offenen Ozeans. Diese Lücke zu schließen ist mein großes Ziel.

Was war Ihr bisher größter Erfolg?

Ich habe in den USA an einem Projekt für die NASA gearbeitet, in dem ein „Carbon Monitoring System“, also ein Überwachungssystem für Kohlenstoff, entwickelt wurde. Das ist ein großes System von verschiedenen Computer-Modellen für Atmosphäre, Ozean und Vegetation an Land, das es ermöglichen soll, den Kohlenstoffkreislauf auf der Erde zu verstehen und möglicherweise für die Überprüfung von Verpflichtungen aus einem zukünftigen weltweiten Klimavertrag einzusetzen. Dafür werden Messungen, die vor Ort, aber auch von Satelliten gemacht werden, in die Modelle eingebunden. Ich habe in diesem Zusammenhang erfolgreich ein Modell aufgesetzt (das heißt weiterentwickelt), das zur Zeit das am höchsten aufgelöste globale Ozean-Modell für die Simulation des Austauschs von Kohlenstoff zwischen Ozeanen und der Atmosphäre auf der Welt ist.

Was ist Ihr persönliches Markenzeichen?

Hmmm, fragt ihr nach meiner Zahnlücke? Meint ihr meine Katze?

040315

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