Küstenforschung

Die ersten Tage

der Probennahme sind erfolgreich über die Bühne gebracht. Die beiden ersten Tage haben wir genutzt, um von Schleswig-Holstein über Norderney in die Niederlande zu kommen. Der heutige Tag war geprägt durch die Beprobung des Ems Ästuars. Die Ems ist neben der Weser und Elbe ein bedeutender Zufluss in die Deutsche Bucht der Nordsee. Ein Vergleich von Elbe und Ems ist interessant, da sich die beiden Flüsse deutlich in ihrer Größe und Struktur (Morphologie) unterscheiden. Was bei der Befahrung der Ems sofort auffällt ist, dass das Wasser deutlich trüber ist als in anderen Flüssen, z.B. der Elbe. Der Fluss ist also extrem trüb und gleichzeitig ist der Sauerstoffgehalt des Wassers sehr niedrig. Nicht gerade die Wunschvorstellung der Fische. Insgesamt haben wir an 5 Stellen im Ästuar Sedimentproben genommen, die Textur der Sedimente war sehr unterschiedlich. Im Bereich des Dollarts waren die Sedimente eher sandig, doch umso weiter wir in die Ems reinfuhren, umso schlickiger wurden die Sedimente, die auch zunehmend sauerstoffärmer (anaerob) wurden; d.h. die schon sehr geringe Sauerstoffsättigung in der Wassersäule lässt kaum noch Sauerstoff in das Sediment vordringen.

Aber auch wenn die Rahmenbedingungen schon nicht so gut aussehen, möchten wir herausfinden, ob die Nährstoffkreisläufe intakt sind. Im Ems Ästuar haben wir deshalb Versuche zur Nitrifikationsleistung angesetzt. Dabei werden Sedimente und Bodenwasser in Flaschen gegeben und über mehrere Tage auf einem Schüttler inkubiert. Im Laufe der Zeit werden die Veränderungen der Ammonium, Nitrit und Nitrat Konzentration gemessen. Über diesen Weg erhalten wir annährend die tatsächlichen in-situ Umsatzraten, d.h. sie sind ähnlich der Umsätze, die real in der Natur ablaufen. Das Ergebnis werden wir aber erst nach der Fahrt liefern können.

(posted by Dr. Tina Sanders)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.